Dschane


Sie sind in ihren Herzen Fahrende, Suchende, Zigeuner. Keine Frage, wenn Dschané auf die Bühne kommt, nehmen die Musikerinnen und Musiker den Geist ihrer Lieder mit auf die Bretter. Er erzählt die Geschichten der Roma, Geschichten über die ewige Reise des Lebens. Tief im Herzen der Musiker lebt die Tradition der Roma und sie wird mit jedem Takt spürbar. Das Element des Fahrens, des Hier und Heute und vor allem der Liebe ist das zentrale Thema in den Liedern der Roma. Mit Dschané musikalisch unterwegs von Westeuropa nach Ungarn, Tschechien, Mazedonien, Russland bis zum Bajkalsee. Es wird gefeiert und gelebt. Rauschartig vergehen da die wilden Nächte in Budapest. Einsam durchwandert das weisse Pferd mit seinem Reiter die Weiten der ungarischen Puszta. Die Musiker verschmelzen zu einer Einheit, zu einer Sippe. Das macht ihre Musik so glaubhaft und ehrlich. Vielleicht liegt es an den Biografien dieser ungewöhnlichen Gruppe, dass sich ihre Darbietung über das blosse Rezitieren hinaus hebt. Vielleicht sind es die Reisen nach Les Saintes Maries de la mer von Andrea Tsoro Panitz. Er war ein Wanderer, der mit unzähligen Musikern, Fahrenden, Sesshaften, Bekannten und Unbekannten Swing Manouche,Flamenco und Czardasz spielte. Vor fast 20 Jahren hat er zusammen mit dem wunderbaren Sänger Rico Anselmi Dschané gegründet. Rico ist 2004 auf die ewige Reise in eine bessere Welt gegangen. Zum Abschied aber hat er den Dschanémusikern den Rat gegeben : Weitermachen !! Viele hundert Konzerte haben sie gespielt, bis im September 2016 der Kapellmeister Andrea Tsoro Panitz verstorben ist. Auch er hat eine grosse Lücke hinterlassen.
Ist Dschané mit ihm nun auch vom Erdboden verschwunden? Nach geraumer Zeit haben die Lust am gemeinsamen Musizieren und die Freude an den Liedern der Roma die Musiker von Dschané wieder zusammengeführt. Sie sind wieder unterwegs und haben im Sommer 2017 mit grossem Erfolg ihre ersten Konzerte gespielt. Mit dabei sind Lucinka Novotná, die Sängerin mit ihren Wurzeln in Böhmen und der kristallklaren Stimme. Wie sie stammt auch Igor Bogoev, der wirbelnde von Rhythmen sprudelnde Perkussionist, aus dem Osten Europas, aus Mazedonien. Die Sängerin Ilsi Muna Ferrer mit ihrer herzerwärmenden Stimme, der Gitarrist, Mandolinero, Bassist und Tubist Marc Bantelli und der Akkordeonist Caspar Fries waren fast ein Jahrzehnt mit dem legendären Variété Zirkus Aladin in der Roulotte unterwegs quer durch Europa. Die fahrende Lebensweise hat auch sie geprägt. Neu und wieder zurückgekehrt zu Dschané ist der einfühlsame, vielseitige David Aebli. Schon in den ersten Jahren hat er bei Dschané Gitarre, Mandoline und Bass gespielt.

Dschane en français:

Musique Tsigane: Tout de suite l’on pense aux violons. Pourtant, à l’origine de la musique tsigane, il y a la voix humaine. Musique, chants et danses ont une valeur primordiale dans la vie du peuple Rom. Le désir de liberté, le voyage, les souffrances de l’amour et l’indomptable joie de vivre sont les thèmes principaux des ballades lyriques et des chants à danser des gitans. 

Avec l’idée de mettre en évidence les chants tsiganes, Andrea Panitz a séduit un groupe de chanteurs, chanteuses et musiciens passionnés, tous unis par leur fascination pour la musique des gens du voyage. Dschané était né !

Dschané : ce mot signifie « aller, partir, rouler, voyager » en romanés, la langue des Rom, qui s’est colorisée de divers dialectes selon les pays qu’elle a traversé. Les chants, pour la plupart traditionnels, sont chantés en romanés, on peut pourtant parfois y entendre du russe ; en effet ces chants proviennent surtout des pays de l’Europe de l’est comme la Hongrie, La Russie, La Tchequie, La Roumanie, La Maçédonie. Des éléments du swing manouche, la musique traditionnelle des gitans de L’Europe du ouest, complètent le répértoire du groupe.

Des voix que l’on ne peut confondre, les compositions, des idées et des arrangements origineaux, un accompagnement soutenu et dynamique composent le charme de Dschané.

Andrea Tsoro Panitz, le leader de Dschané nous a malheureusement quitté en Septembre 2016 pour un monde meilleur en septembre 2016. Il a laissé un grand vide…
Au début, nous avons pensé que sa disparition signait aussi la fin de Dschané. Mais, avec le temps, l’envie de se retrouver pour faire de la musique et l’amour de la musique tzigane ont à nouveau réuni les musiciens de Dschané.
En guise d’essai, Dschané a accepté trois concerts… Au cours de l’été 2017, leurs premiers concerts furent de francs succès.
Maintenant, c’est clair, Dschané est à nouveau sur la route… Le petit nouveau s’appelle David Aebli. Ce musicien polyvalent avait déjà joué avec Dschané, au tout début.

Lucy Novotnà: chant
Ilsi Muna Ferrer: chant
Marc Bantelli: mandoline, guitare, basse, helicon
Caspar Fries: accordéon, basse
Igor Bogoev: percussions (kanna, davul, darabukka, szaibögö)
David Aebli: Bass

Besetzung
Lucy Novotna
Lucy Novotna  Das Geheimnis ihrer klaren, ausdrucksvollen Stimme liegt in ihrer Heimat, Böhmen, mit seiner lebendigen Volksmusik-Szene. Ihr Engagement in der Schweizer Musikszene ist vielfältig und reicht von der langjähriger Zusammenarbeit mit Dodo Hug in Mad Dodo bis zum Hardy-Hepp-Chor, und vielem mehr. Lucys Stimme ist auf vielen Studioaufnahmen der Schweizer Szene zu hören (z.B. bei Polo Hofer)

Ilsi Muna Ferrer  Ihre Verbundenheit mit den Menschen führt diese Sängerin intuitiv zum Kern der Dinge. Ihre Ausstrahlung und ihre Präsenz wiederspiegeln diese innere Kraft. Sei es auf ihren Reisen mit Ross und Wagen oder im Leben im Zirkus Aladin, immer wieder hat sie in neuen Welten Heimat gefunden. Ihre Begegnung mit den fahrenden Bauls in Westbengalen war ein prägender Höhepunkt. Eine warme Stimme, die mit sonniger Intensität aus dem Herzen klingt.

Igor Bogoev  Der vielseitige Balkan-Perkussionist mit mazedonischen Wurzeln spürt seit Jahrzehnten den Roma-Beat in seinem Herzen. Ob auf der Kanna, der Darabuka oder dem Tapan, der Meister der Balkan-Rhythmen fegt auch bei Ssassa, Kafenion oder der Balkan-Blaskapelle Aliev Bleh Orkestar. Bei Dschané heizt er besonders ein mit seiner sprech-gesungenen Perkussion, dem vor allem bei den ungarischen Roma gepflegten Szeibögö*.
*Szejbögö: ungarisch für Mundbass, meint gesungene / gesprochene Perkussion.


Caspar Fries  Stehgreifmusik als Familientradition führte ihn in den ersten Nationalstrassenzirkus Palaveri, als harthörigen Kapellmeister, Weissclown, Vertikalseilspringer in die Zirkuswelt der verrückten Aldintruppe. Seine Kompositionen haben Zirkusprogramme, Theaterstücke und Hörspiele umrahmt. Sein musikalisches Engagement ist vielfältig: Ob im Monkee Palace Orchestra, im Theater Soggetto, Caspars musikalisches Repertoire ist so umfangreich wie unorthodox.

Marc Bantelli  Auf diversen Instrumenten und in vielen Stilen daheim, prägte er an der Seite von Riccardo Anselmi während 10 Jahren den Sound der Ragazzi. Zuvor war er auf Tournee mit Aladin’s Variété Theater und auf der Reise mit dem Circolino Pipistrello, dessen heutiger musikalischer Leiter er immer noch ist. Bei Dschané zupft er den grossen Kontrabass, die Mandoline und die Gitarre oder stösst auch mal ins Horn.

David Aebli  Im Alter von 12 Jahren fällt ihm eine Gitarre in die Hände – seitdem ist es um ihn geschehen: der Melodiker mit Groove im Bauch zupft an allen Saiten, die er in die Finger kriegt. Mit Kontrabass, Gitarre, Mandoline und Bouzouki spielt er Musik aus Griechenland und Osteuropa, Irish Folk, Swing Manouche, Blues und mehr bei diversen Bands – oder auch alles zusammen bei Chef dé Kef.
Andrea "Tsoro" Panitz

Andrea "Tsoro" Panitz ist am 3. September 2016 verstorben. Der feurige Sänger und Gitarrist von Dschané kannte seit seiner Kindheit nur eine Art von Musik : die der Zigeuner und Fahrenden. Ob Flamenco, Czardasz, Balkanmusik oder russische Klänge, Andrea hatte diese Musik im Blut und war ein begehrter Sänger und Rhythmusgitarrist. Inspiration suchte er auch in seiner Zigeuner-Gruppe "Caravane“, bei der Jenischen Formation „Counousse, musique du voyage“ und bei unzähligen andern Gitan-Projekten. Er sammelte Romalieder, klärte die Texte in Romanes mit Romafreunden, machte eigene Texte und Lieder, wie z.B die Balkanhymne auf den Frieden „Te arakamen“ (Freunde umarmt euch). Dschané wird weiterhin seine Kompositionen und Arrangements in Ehren halten.

Tonträger

pal'o kham
Die aktuelle CD von Dschane. Erschienen im Herbst 2009.

O parno gras
"O parno gras" ist der Titel des zweiten Albums von Dschané. "O parno gras" heisst "das weisse Pferd" in der Sprache der Roma. Es ist der Wunschtraum des Zigeuners und symbolisiert die Freiheit und das Reisen. Es kommt in vielen Roma-Liedtexten vor, allein auf dieser CD viermal (Lieder 1,3,5,9).
Auf dem Titelbild sind Dschane Maugly, einem Hengst aus turkmenischer und makedonischer Abstammung. Lange Zeit begleitete er Caspar und Ilsi auf ihren Reisen.


Nebenstehende CD ist im Jahre 2001 erschienen
(vergriffen)

Kontakt
Marc Bänteli
Schöntal
8486 Rikon
++41 (0)79 752 31 86

Für die Romandie:
Ilsi und Caspar Fries-Ferrer
Ferrachstr. 72
8630 Rüti
Telefon ++41 55 240 34 68
Events
DatumOrt/Bemerkungen
10.03.2018Aula de Chantemerle, Moutier (JU), um 20:00 
11.03.2018Saal der Werksiedlung, Renan (BE), um 16:00 
14.06.2018Hirschen Stammheim, Stammheim, um 20:00 
02.09.2018Atelier Hinterrüti , Horgen, um 18:00